RollenVERHALTEN

Category: Prosa

Alles hat seine Zeit. Wenn die Zeit nicht reif ist, und sei es nur, weil es gerade Zeit für etwas anderes ist, dann wird alles schwer. Ich habe nie darauf geachtet, ob jetzt die richtige Zeit für das ist was ich gerade tue. Ich habe immer alles mit meinem Willen gesteuert. Das klappt auch, kostet nur ziemlich viel Energie.

Jetzt aber geht das nicht mehr, weil mein inneres Alarmsystem dann ganz penetrant wird. Ich werde unruhig und unzufrieden, fange an zu grübeln und meine Umwelt anzuraunzen. Ja alles hat seine Zeit. Mein inneres Alarmsystem meldet sich auch dann, wenn ich in alte Muster falle. Wenn ich zum Beispiel wieder den mir selbst auferlegten Rollen gerecht werden will.

Da gibt es zum Beispiel die Rolle der fürsorglichen Mutter, die an alles denkt und Kekse backt. Leider kann man meine Kekse meist nur als Heizmaterial verwenden und an alles denken kann ich auch nicht. Ich nehme es mir aber vor. Tja und alles hat seine Zeit und wenn ich mit der Zeit gehe, dann vergesse ich auch nichts, denn die Dinge zeigen sich dann wenn die Zeit reif ist und ich erinnere mich dass ich noch Kekse backen muss und dass sie auch irgendwann aus dem Ofen müssen. Dann backe ich Kekse mit viel Hingabe und freue mich einfach daran. Dann könnten sie sogar schmecken.

Die andere Rolle ist die Musikschulleiterin die immer eine Lösung für alle Probleme der Eltern findet. „Wenn Du jetzt um 13.00 schon anfängst, dann komme ich aber total in Stress, meine Kleine die muss ja noch ein wenig ruhen bevor es dann mit dem Programm los geht“ bumm „Mir ist es aber wirklich zu lästig dahin zu fahren, früher war das alles viel einfacher als du noch bei uns direkt in der Nachbarschaft unterrichtet hast“ kawum „Du bist aber ganz schön teuer…“ bam…ich ertappe mich dann dabei, dass ich wirklich versuche es diesen einzelnen Menschen recht zu machen. Und dabei bleibe ich mit meiner Familie und allem was dazu gehört natürlich auf der Strecke…Katawalatu
Es ist egal. Mittlerweile hab ich ja mein Alarmsystem…

Die einzige Rolle die keine ist, ist die der Musikerin. Melodien sind einfach da, Worte auch…

Es ist eben wie es ist und es ist so wichtig zu vertrauen, dass für alles die Zeit kommt und alles irgendwie seinen Grund hat. Das Muster dann aufbrechen wenn es einfach so nicht mehr geht und dass sich manches einfach noch einmal aufbäumt, bevor es geht…

Es ist

Ein Clown ist ein Clown
Will dem Lächeln trauen
Es weint in ihm so leise
Keiner hörts
Clowns lachen in eigner Weise

Ein Mann ist ein Mann
Seht was er kann
Schwach ist er abends allein
Keiner sieht´s
Männer sind niemals klein

Musik ist Musik
Vergessen sind Angst und Krieg
Alle hören hin
Alles zum Täuschen echt
Musik macht keinen Sinn

Dann singe ich diesen Ton
Schmerz ertönt und manchmal Hohn
Weinen tut gut – uns allen
Die Masken sind weg
Der Vorhang gefallen